Gewalt ist nie Privatsache!

Freitag,13 Februar 2009

Gewalt ist nie Privatsache!

Deutsche Kinderhilfe e. V. übergab 1000 Schlüsselanhänger mit der Nummer der Kinderschutzhotline 0800/ 14 14 007 an die Leiterin des Jugendamtes der Hansestadt Rostock, Angelika Coors

Am Dienstag, den 10.Februar wurden durch den Initiator der Kinderschutzhotline und Vorsitzenden der Deutschen Kinderhilfe e. V. LV Mecklenburg-Vorpommern, Rainer Becker, 1000 durch die Firma MF Marmor Design und Pflege in Anna-Louisenhof gesponserte Schlüsselanhänger mit der Nummer der Kinderschutzhotline Mecklenburg-Vorpommern (0800/ 14 14 007) an die Leiterin des Jugendamtes Rostock, Angelika Coors, übergeben.

Durch das Engagement des damaligen Sozialministers und heutigen Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD), der verantwortlichen Mitarbeiter des Sozialministeriums und des Landesamtes für Gesundheit und Soziales und die Offenheit der zuständigen Jugendämter wurde die Kinderschutzhotline Mecklenburg-Vorpommern von der Idee im März 2007 -- also vor dem tragischen Tod von Lea-Sophie - bis zur Freischaltung bereits im Februar 2008 immer mehr zu einer mittlerweile gemeinsamen Sache aller Akteure, so wie auch der Kinderschutz in unserem Land nicht von oben verordnet werden, sondern eine gemeinsame Sache aller Beteiligten sein sollte. Innerhalb eines Jahres gingen über die Hotline 323 Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen ein, die 548 Kinder betrafen. 548 Kinder denen eher oder auch wieder geholfen werden konnte.

Um die Hinweisbereitschaft in Fällen einer möglichen Vernachlässigung, Misshandlung oder auch des Missbrauchs von Kindern zu erhöhen, hat die Deutsche Kinderhilfe e. V. LV Mecklenburg-Vorpommern Schlüsselanhänger mit der so genannten Kinderschutzhotline Mecklenburg-Vorpommern herstellen lassen. Die Schlüsselanhänger werden mit Hilfe der Jugendämter an Menschen, die mit mehr Kindern oder häufiger mit so genannten Risikofamilien zu tun haben, verteilt. Hierbei geht es insbesondere um Erzieher, Tagesmütter, Pädagogen, medizinisches Fachpersonal, Hausmeister und Handwerker von Großwohnanlagen und nicht zuletzt auch Gerichtsvollzieher, die eher mehr sehen und hören als andere. Die kostenlose Kinderschutzhotline ist im Auftrag der Jugendämter des Landes rund um die Uhr beim Landesjugendamt bzw. außerhalb der Geschäftszeiten -- in dessen Auftrag - durch den ASB in Rostock besetzt, um Hinweise -- auf Wunsch auch anonym --entgegenzunehmen oder auch nur zu beraten. Nach einem Pilotprojekt im Landkreis Güstrow sind - auch durch die engagierte Mithilfe zahlreicher Sponsoren wie der Firma MF Marmor Design und Pflege in Anna-Louisenhof und auch etlichen Sparkassen des Landes mittlerweile rund 15.000 Schlüsselanhänger in Auftrag gegeben, von denen nun die Hansestadt Rostock "ihre" 1000 Stück erhält. Zahlreiche Landespolitiker haben das Projekt unabhängig von jeder parteipolitischen Zugehörigkeit engagiert unterstützt, darunter auch die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und unser Ministerpräsident Erwin Sellering. Zielstellung der Verteilung der Schlüsselanhänger ist, die Hemmschwelle für Hinweise auf Kindeswohlgefährdungen zu senken und so niedrig wie möglich zu halten, und dies ggf. auch um den Preis seltener Fehlalarme. Jede verantwortungsbewusste Mutter oder jeder verantwortungsbewusste Vater wird Verständnis hierfür haben, denn es geht nicht darum, überforderte Eltern aufzuspüren und zu bestrafen. Es geht darum, möglichst nie wieder eine weitere Lea-Sophie in einer Wohnung unseres Landes auffinden zu müssen. Unsere Jugendämter und unsere Polizei können jedoch nur so gut sein, wie sie durch die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes durch Hinweise unterstützt werden -- und dies so früh wie möglich. Die Vernachlässigung, Misshandlung und der Missbrauch von Kindern sind nie Privatsache!

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